Nun habe ich also die letzten zwei Tage in Jena verbracht. Erst gestern um 12 die Wohnung in Winzerla besichtigt, wo wir auf dem Hinweg in der Straßenbahn kontrolliert wurden. Nachdem Robby sich mehr sorgen um die Zugfahrt gemacht hat, ist es nun in der Straßenbahn passiert. Zahlen musste er nichts, bis auf eine Bearbeitungsgebühr. Aber allein die Tatsache wegen einem Tag so einen Aufstand zu machen, ist eine Frechheit, zumal wir fast noch unsere Haltestelle verpasst hätten. Wie dem auch sein, die Wohnung ist schön groß, jedoch müsste, und muss wohl auch, komplett neu tapeziert und das Bad neu gefließt werden. Ausserdem hab ich keine Ahnung wie wir das ganze Zeug in die oberste Etage bringen sollen, aber irgendwie wird das schon gehen.
Im übrigen hab ich aber in den letzten 24 Stunden Jena noch mehr hassen gelernt. Das fing damit an, dass wir aus dem Neubaublock raus sind und an einem Straßenschild ein Anti- Erfurt- Flyer geklebt hat den ich leider nicht abbekommen habe. Auf dem Weg zu Subway fiel mir ein, dass ich nur ein 100€ Schein mit hatte und den vorher noch gerne klein machen würde und da ich eh vor hatte mir Mia - Stille Post zu holen, wurde also ein Laden gesucht, der CDs führt. Nach einer halben Stunde durch Jena laufen fanden wir dann endlich einen Müller, in dem es die CD aber nicht gab und so "musste" ich mir Kettcar - du und wie viele von deinen Freunden kaufen.
Nach dem Mittagessen, so mein Plan, wollte ich mit der Straßenbahn nach Lobeda fahren um dort ein paar Freunden, um genau zu sein Tobi, Steffi, Nickel und Martin, beim Umzug zu helfen. Ich also in die nächstbeste Tram gestiegen auf der "Lobeda" stand, mich noch kurz gefragt, ob das "Ost" hinten dran wohl eine tiefergehende Bedeutung für mich hat und ab ging's. Nach ca. zehn Minuten merkte ich schon langsam, dass ich zwar in die richtige Richtung fahre, aber die Bahn wohl zu weit östlich ist. Ich wusste ja zum Glück in etwa wo ich hin muss. Also blickte ich mich im Zug um, in der Hoffnung einen Plan zu finden, der mir zeigt an welcher Haltestelle das Ding hält aber Pustekuchen. ( Im übrigen hätte es mir nichts gebracht, weil Tobi mir zwar den Namen der Straße gesagt hat, in der die richtige Haltestelle ist, aber eben nicht den richtigen Namen selbiger. ) Nun gut, also stieg ich aus, bevor es zu spät war und erfragte mir den Weg. Es war glücklicherweise gar nicht so weit wie ich dachte, und die Leute, welche ich um Auskunft bat, waren auch alle nett. Am Haus angekommen kamen mir auch schon Tobi und sein Papa entgegen und ich durfte die ersten Sachen hochtragen. Dabei bliebs aber fast auch, bis auf das ich anscheinend der einzige war, der immer wusste wo was ist. Schrank aufbauen, Schränke rücken, Löcher bohren usw. und das den ganzen Tag. Dümmlicherweise ließ ich mich breitschlagen dort zu übernachten was wiederum bedeutete, dass ich meine Kontaktlinsen in Wassergläser legen musste, was wirderum absolut suboptimal ist. Ich hasse es. Bis nachts halb vier zockten wir PS2, guckten DVD und rauchten Wasserpfeife. Heute früh sah es dort aus wie im Saustall, aber was soll's.
Morgens um neun klingelte dann mein Handy und erweckte mich aus meinem Tiefschlaf. Mich schnell bei Robby erkundigt, wann die Züge fahren und auf gut Glück zur Straßenbahn gelaufen. Diesmal im übrigen dir richtige Haltestelle. Die Erste furh nach Lobeda Ost, nein nicht nochmal! Die Zweite sollte es dann sein aber an einer Haltestelle lächelte mich die Anzeige an, die offenbarte, das in 20min eine kommt, welche direkt in die Stadt fährt. Ich also raus und gewartet. Mir Gegenüber befand sich eine Tankstelle, in der, so dachte ich, ich mir mein Frühstück kaufen könne. Blöd nur, dass es dort bis auf ein paar Donuts nichts mehr gab.
Den Zug habe ich dann noch ziemlich locker geschafft. Ich wusste, er würde bis Erfurt durchfahren, aber dann? In Weimar fuhr 11:01 Uhr einer, der sogar in Gotha hielt. Nach kurzem Brainstorming ( hey irgendwann ist es echt schwer noch gute deutsche Synonyme zu finden! ) sprang ich aus dem Zug um den anderen zu bekommen und auf einmal fuhr ein ICE ein und mein einziger Gedanke war: "Scheiss Bahn." So verkrümelte ich mich wieder auf meinen Sitz in der Regionalbahn und fuhr weiter bis Erfurt. In Gedanken bereitete ich mich schon auf einen längeren Aufenthalt vor, jedoch stach mir bei der Einfahrt in den Bahnhof das Wort "Gotha" an der Anzeige in die Augen. Juhu, ich konnte also von Jena nach Gotha durchfahren.
So verbrachte ich das letzte Stück der Reise mit dem Kopf an der Scheibe, beobachtend, wie die Welt an mir vorbei zog, vom Regen getränkt. Und immer wenn es regnet, muss ich an dieses eine Lied denken, welches mein mp3 Player gleich auspuckte. Freundeskreis A.N.N.A. Was daraus folgt muss ich nicht ausführen.
"Komik ist Tragik in Spiegelschrift, ANNA... "
Dienstag, Oktober 03, 2006
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
3 Kommentare:
Vielleicht tapezieren wir auch gar nicht sondern malern nur, müssen wir erfragen :xmas: :ugly:²
Hmm.. Jena ist ja viel kleiner als Kiel. :D
Ich wohne in einer Großstadt! :banana: :topmodel:
Nun ja, das sind genau die Dinge, warum ich gerne in eine neue (große) Stadt komme. Alles ist neu, ich kenne mich nicht aus, es gibt so viel zu entdecken... Leider erledigt sich das mit der Zeit wieder - Zeit für den nächsten Umzug.
Ich glaub in ner Großstadt hätte ich mich besser zurechtgefunden. :ugly: In Berlin hab ich mich jedenfalls nie verlaufen. :ugly:
Kommentar veröffentlichen