Freitag, Juni 15, 2007

Ich

Die heutige NDL 1 Vorlesung war richtig interessant. Irgendetwas sagt mir zwar, dass ich so gut wie nichts davon tatsächlich in der Klausur brauchen werde aber dennoch hatte sie ein paar, wenn nicht sogar viele, brauchbare Aspekte.

Im Groben ging es darum, dass das "Ich" in der Moderne nicht mehr zählt, und verschwindet. Das Problem der Städte und des Untergangs des Individuums in diesen ist ja durchaus nicht neu. Heute jedoch kam noch der soziale, psychologische und biologische Aspekt hinzu, welche das Denken der Menschen beeinflussten und sich somit auch in der Literatur wiederspiegelten.

Ein Aspekt war, wodurch ein Ich determiniert wird. Das wir in verschiedenen Situationen und gegenüber verschiedenen Personen spezifische Rollen einnehmen, in denen wir alle behaupten Ich zu sein und das wir in selbigen durch bestimmte Faktoren eingegrenzt werden, ist ja relativ bekannt. Schließlich führt das dazu, dass ich zwar immer ich sage aber im Grunde immer jemand anders bin, da ich, sei es durch moralische Verpflichtungen ( Höflichkeit ) oder simple Macht der Gewohnheit immer anders reagiere. Im übrigen geht es auch bei Soundso von WSH um genau diese verschiedenen Rollen.

Was ich mich nur frage, ist, wie soll ich Ich sein, wenn alle anderen auch Ich sind? Jeder behauptet ich zu sein, dabei sind wir alle nur ein Glied in einer großen Kette und wenn einer aus der Reihe tanzt führt das unweigerlich zu Problemen.

Weiterhin ging es dann auch um die Liebe und den damit verbundenen Problemen. Schließlich treffen in der Liebe immer zwei Ichs aufeinander und zwar in einer Art und Weise die enger nicht sein könnte. Zwei Individuuen die sich gegenüber jeweils ein Ich offenbaren, welches sonst kaum oder kein anderer kennt. Auch das ist eine Form von determination, oder? Passend dazu wurde ein Zitat von Arthur Schnitzler genannt: "Wir wissen nichts vom anderen und nichts von uns." Vielleicht kenn ich die Person die "ich" liebe ja gar nicht? Vielleicht kennt die Person sich selber nicht und doch, gerade in der Liebe behauptet man allzuleicht jemand zu kennen, von jemanden etwas zu wissen. Wie schnell man da in eine Falle tappen kann...

Was ich auch sehr schön fand, war der Aspekt des Bewußtseins. Denn im Grunde habe ich keine Kontrolle darüber, wie ich fühle, handle und denke. Sowohl tagsüber, als auch nachts. Denn woher soll ich die Verantwortung über meine Träume nehmen, diese liegt nämlich nicht bei mir.

Ich kann also nichts dafür, wie ich fühle, was ich tu und mache, dass ich mich verletzen lasse, dass ich versuche wieder aufzustehen, das alles geschieht einfach. Genauso kann man also auch nichts dafür, dass Liebe, auch nur ein Gefühl, von einem nicht gesteuert wird. Das hat zur Folge, dass sie unbeständig ist. Warum das nur bei mir nicht so leicht der Fall ist, weiß ich aber auch nicht. Wieso kann ich nicht auch von heute auf morgen aufhören zu ... na ja was auch immer da gerade ist oder was auch immer da war, denn im Moment ist da etwas undefinierbares zwischen geht klar, kotzt mich an und will ich ändern egal in welche Richtung nur so bleiben soll es nicht.

Ich ( in Zukunft sollte ich echt vorsichtig mit diesem Wort umgehen ) wollte mir heute eigentlich in Erfurt eine Jimmy Eat World CD holen, aber genauso wie in Jena im Müller und bei amazon gabs die grad nicht. Echt doof, dabei hab ich grad Frustkaufrausch. Und die Ritter der Kokosnuss gabs auch nicht im Saturn, dafür hab ich im Karstadt Crank gesehen, aber leider die 16er und auch für 16€ was ich nicht ausgeben wollte. Dafür funktioniert mein Handy wieder. Es hatte im Inneren ein Wasserschaden, woher der wohl kamm. :( Vielleicht ist mein gebrochenes Herz ausgelaufen, aber es wird wohl doch eher der Abend davor und der beschissene Wassergraben gewesen sein.

Nun, dennoch liegt es an mir selbiges wieder zu füllen, irgendwie, irgendwann.

Ich werde bei Gelegenheit mal noch genaur auf (m)ich eingehen. Finde den Gedanken sehr interessant wie oft man nicht von sich spricht aber wie oft man dabei jemand anders, oder sich in anderer Form meint.

Ach ja und noch was, bin ich heute das gleiche Ich wie ich gestern, oder vor 10 Jahren war? Wie sehr ändert man sich? Ich glaub, dafür ist es noch zu früh, und natürlich entwickelt man sich weiter irgendwie. Aber egal.

Ich, ich hier, ich da, ich bei dem, ich ich ICH! ( will mal wieder nicht mehr, glaub ich, aber was weiß ich schon ich bin nur ich, nur ein Opfer der Umstände, der Gesellschaft, der Gefühle, für die ich nichts kann und überhaupt. Zum Glück habe nur ICH die Kraft da raus zu kommen. Oder mein Ich jemand anders zu zeigen und zu ändern und zu entwickeln)

1 Kommentar:

Robby hat gesagt…

/auch icq ^^