Ich sag das zwar öfter, aber viel zu viel dreht sich hier um mich, nur dieses Mal möchte ich doch eher über die Allgemeinheit schreiben und auch wiedermal darum bitten, keine Parallelen zu mir zu ziehen, denn ich hab im Moment sicherlich kein Luxusproblem, im Gegenteil.
Ausschlaggebend ist ein guter Freund und seine Exfreundin, die vor ca. 1 1/2 Wochen mit ihm Schluss gemacht hat. Verständlicherweise ist er nun angepisst, wer wäre das nicht, nach einer dreijährigen Beziehung und der Aussicht darauf, dass sie vielleicht schon bald wiede vergeben ist. Jedoch, und das weiß fast jeder hier, der das liest, war diese Beziehung kein Traum. Ich persönlich stand eigentlich immer zwischen den Fronten und da ich beide sehr gerne habe fällt es mir auch schwer mich einfach herauszuhalten. Zumal ich, mindestens von einer Seite, häufiger als Weinkissen benutzt wurde. Aber wie dem auch sei, diese beiden hatten ein eindeutiges Luxusproblem. Es ging nicht mit, es ging nicht ohne, aber man war immer zusammen. Drei sicherlich schöne Jahre. Und nun? Nun hätten beide was in Aussicht und beide sehen ihr Leben außerhalb ihrer kleinen, gegenseitig geprägten Welt. Beide haben sich in diesen Jahren sehr verändert. Ich möchte nicht sagen ins Negative, denn jede Veränderung kann auch positiv sein, auch wenn das nicht immer offentsichtlich ist. Aber wo ich früher stundenlang mit ihm reden konnte, muss ich heute angst haben, mir nicht seinen unmut auf mich zu ziehen. Wo sie früher ein selbtbewusstes, fröhliches Mädchen war, war in den letzten Jahren nur eine uneigenständige, eifersüchtige und sehr leicht reizbare Person übrig geblieben. Ich schreibe das nicht, weil ich einen der beiden in irgendeiner Form beleidigen möchte, nicht leiden kann, oder von ihnen genervt bin. Nein, ich schreibe das, weil ich es so empfinde und von meinem neutralen (?) Standpunkt so mitbekommen habe. Vielleicht sollte ich mir darüber keine Gedanken machen, guckt euch Christian an, den tangiert das meistens überhaupt nicht, jedoch bin ich nicht so.
Was ich jedenfalls damit sagen will ist, dass es Menschen gibt, denen es wohl schon fast zu gut geht. Und wenn es ihnen schlecht geht, dann nicht weil sie hungern, weil sie Schlafmangel haben, weil sie kein Dach über dem Kopf haben, nein dann nur, weil sie eigentlich keine Probleme haben. Weil sie ein Luxusproblem haben. Menschen wollen immer das, was sie nicht kriegen können, Frauen manchmal mehr als Männer. Geht es ihnen zu gut, wird das in Frust umgewandelt. Man fängt an, seine Probleme auf andere zu projezieren anstatt zum Beispiel mit seinem Partner in Ruhe darüber zu reden. Wenn man sich vor lauter Glück langweilt, fängt man(n) an seine Partnerin zu betrügen. Sieht man, dass es dem Partner gut geht, obwohl er mit einer Anderen redet und nicht mit einem selbst, dann wird das Gegenüber als potenzielle Konkurenz angesehen. Läuft eine Beziehung gut, ohne Zwischenfälle aber man ist aufgrund von äußeren Umständen dazu gezwungen, sich nicht regelmäßig sehen zu können, dann sucht man sich jemand anders oder gaukelt sich vor, unzufrieden zu sein. Luxusproblem!
Alles so erlebt. Aber das ganze lässt sich natürlich nicht nur auf Liebesdinge beziehen. Im Grunde ist der Mensch ein Wesen, dass nie zufrieden ist. Ich schließe mich da nicht aus, denn wann bin ich schonmal wirklich glücklich? Ob das nun am "Ich-bin-nie-zufrieden-Mann" im Kopf liegt, der gegen die Schädeldecke eines jeden pocht oder einfach in der Natur der Sache liegt, weiß ich nicht aber häufig nervt es mich. Ich könnt jedesmal ausrasten wenn sich Pärchen in der Öffentlichkeit streiten, wenn ich mir anhören muss wie Kerle ihre Freundinnen sitzen lassen und oder schlecht behandeln. Wie es sich einige leisten können, anderen weh zu tun, um ihre eigenen, verwirrten Gefühle auszuleben. Rationalität? Fehlanzeige.
Menschen lassen sich wohl sehr leicht von Gefühlen leiten, das ist vielleicht auch gut so, sichert es am Ende doch unser Fortbestehen. Aber ich finde es einfach widerlich, wenn man andere dabei leiden lässt. Schmerz gehört genauso dazu, egal ob der im Kopf statt findet oder "real" ist. Ich wünschte mir aber manchmal, dass einige ihre Gefühle ausschalten und anfangen mal logisch zu denken. Ich weiß zwar nicht, ob ich dass den gemacht habe, ob ich bei Anna nicht eher hätte einen Schlussstrich ziehen müssen, ob ich mir nicht hätte die Frage stellen müssen, ob ich Henni noch das geben kann, was sie wollte. Wenn ich am PC sitze und sie hinter mir schläft, dann läuft irgendwas falsch. Dann habe ich ein Luxusproblem und merk es nicht einmal...
Sonntag, November 11, 2007
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1 Kommentar:
"Wenn ich am PC sitze und sie hinter mir schläft, dann läuft irgendwas falsch."
Hmm?! :D
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