Aber wer möchte sich nach vier Tagen Party, Musik und guter Laune schon von so etwas wie einem rauen, mit Reizhusten unterlegtem Hals die Stimmung verderben lassen? Darüber sind wir doch schon lange hinweg!
Also beginne ich bei donnerstag Mittag. An diesem Tag versammelten sich Tina, Tobi M., Franzi, Doreen, Schüli(m) und Tinas Dad bei mir, um meine Sachen einzuladen und anschließend Richtung Hohenfelden zu düsen. Dort angekommen, wir waren bei weitem nicht die Ersten, standen wir rund zehn Minuten in der Schlange für die Festivalbändchen, welche dieses Jahr in silber-grau gehalten waren, um uns anschließend einen geeigneten Zeltplatz zu suchen, der sowohl für alle anwesenden und noch kommenden Leute genug Platz bieten, nicht zu nah am Pisszaun gelegen und auch nicht ewig weit weg vom Gelände weg sein sollte. Dies gelang auch und so schlugen wir die Zelte auf und ich durfte zu meinem (geringen) Entsetzen fest stellen, dass das 6-Mann-Zelt meiner Familie praktisch nicht mehr zu gebrauchen ist. Nicht nur, dass sich innen die Kabinen nicht mehr fest machen liesen, denn die Schlaufen fehlten, nein, wir mussten auch zur Nacht auf Freitag und über den Freitag verteilt fest stellen, dass es nicht mehr wirklich wasserabweisend war. Aber bevor uns die erste Nacht erreichte, erreichten uns erstmal Lena, Daniela, Laura, Fabi, Biene, Rene und Martin. Später kamen dann noch Tobi und Nickel dazu, die Laura und ich über eine Stunde suchen durften, weil sie selber nicht wirklich wussten, wo sie waren. Woher auch? War es doch ihr erstes Festival.
Am späten Abend gingen wir, Tobi, Laura, Dani, Biene und ich, ins Partyzelt und feierten dort das Ende des ersten Highfieldtages. Die erste Band am nächsten Tag, die uns interessierte, sollte sowieso erst um 17:20 Uhr spielen. Irgendwann, ich weiß wirklich nicht mehr, wie spät es war, gingen wir ins Bett um am nächsten Morgen vom Dauerregen geweckt zu werden.
Jedoch, pünktlich zu "The Subways" erschien uns die Sonne und wärmte den matschigen Festivalboden unter unseren Füßen auf. Für eine Band die nachmittags spielte, war es schon verdammt voll und da wir relativ nah am Wellenbrecher standen war Zerquetschen statt Tanzen angesagt, so dass ich mich dann mit Mühe ein Stück nach draußen drängelte um überhaupt wieder Platz zu haben. Anschließend betrat Tocotronic die Bühne die ich mit großem Wohlgefallen genoss. Vor und während des Auftritts unterhielt ich mich noch mit einem netten FCC Fan der, wie ich, auch mit einem Unentschieden zufrieden gewesen wäre. Zu den darauffolgenden Sportfreunden muss ich auch nicht mehr viel schreiben, höchstens: "Hallo Highfield! Hallo Highfield! Schläfst du schon? Schläfst du schon? Hörst du nicht die Spacken? Hörst du nicht die Spacken? Kling, klang, klong..." In Gedanken war ich, spätestens als Peter eine 2:0 Führung der Bayern gegen Hamburg verkündete sowieso wieder beim Fußball. Umso erleichterter war ich nach der erlösenden SMS: "2:1 :D Bunjaku in der 90. ;) " Der geneigte Leser würde sich an den Kopf fassen, wenn er meine Reaktion gesehen hätte. Jedenfalls hatte ich dann ein absolutes Stimmungshoch und wäre am liebsten noch den ganzen Abend mit RWE Fangesängen über das Gelände gezogen. Aus einiger Entfernung guckten wir uns dann noch Bloc Party an, die ich wirklich gut fand und von denen ich mir, nach ausführlichen rein hören, eventuell auch mal ein Album holen werde um uns danach für The Killers wieder ein Stück nach vorne zu wagen. Leider bemerkten wir alle sehr schnell, dass sie uns nicht wirklich zusagten und so verschwanden wir für den Rest des Abends wieder in unserem Zeltlager.
Noch am Abend beschlossen wir, am nächsten Morgen in die Avenida Therme zu gehen, um wenigstens mal für ein paar Stunden wieder ein sauberes Gefühl auf der Haut verspüren zu können. Also stellten sich Rene, Tobi M, Laura, Dani, Biene, Lena und ich an der schier endlosen Schlange an, um nach 2 1/2 Stunden endlich das Bad betreten zu können. Nachdem wir alle wieder frisch und sauber waren, begab sich die ganze Gruppe zu Flogging Molly um 19:15 und tanzte sich dort die Seele aus dem Leib. Ich muss wirklich sagen, dass ich schon lange nicht mehr mit so vielen Leuten zusammen so viel Spass hatte! Ich machte mich dann mit Tobi M zusammen auf den Weg zu Kettcar, die bei Leibe keine Liveband sind, mir aber trotzdem wiedermal sehr gut gefallen haben, nicht nur weil sie mein Lieblingslied vom aktuellem Album "Am Tisch" gespielt haben und zu diesem Bela B. auf die Bühne holten, sondern auch, weil sie dem eher abgeneigtem Publikum selbstironisch eine hohe Angriffsfläche boten, was für mich eine Band immer sympathisch machen wird. Tobi, der währenddessen bei Laura und Fabi war, nutzte dies dann auch gebührend und hielt mir immer und immer wieder die Textzeile "Hallejulia Ding Dong Happy" vor. Nach den Erfahrungen von 2005 stellten wir uns zu The Hives gleich links neben den FOH, wo es auch schon eng genug war. Bei dieser Band bin ich immer ein wenig zwiegespalten. Auf der einen Seite machen sie wirklich gute Musik, haben eine tolle Liveperformance (sieht man jetzt mal von den Rückkopplungen ab) und animieren ihr Publikum auf's Äußerste. Andererseits sind sie auf der Bühne verdammt arrogant und feiern sich die ganze Zeit selber und das kann ich bei Bands zumindest in diesem Ausmaß überhaupt nicht leiden. Und die beste Band des Universums sind nunmal die Beatsteaks. *g* Wie dem auch sei; da wir die Ärzte dieses Jahr schon aus relativer Nähe gesehen hatten stellten wir uns hinter die Leinwand und tanzten, schreiten und sprangen dort zu meiner meistgehörten Band. Tobi, dem ich schon oft von ihnen vorgeschwärmt hatte und der sich bisher nie dafür begeistern konnte, musste am Ende auch zugeben, dass der Auftritt von Hubschrauber eine Offenbarung in Sachen Liveperformance, Publikumsarbeit und eingängigen Melodien war.
Der Sonntag begann um 12:00 Uhr mit Jennifer Rostock, die mit ihren 25 Minuten leider viel zu wenig Zeit hatten. Trotzdem waren bei dieser aus dem Bett schmeißer Band, meiner Meinung nach, so viele Leute anwesend, wie bei keiner anderen bisher. Nach JR bin ich zum Festivalguidestand um nach möglichen Autogrammstunden von von mir favorisierten Bands zu gucken und siehe da: Madsen gaben sich 15:00 Uhr die Ehre. Auch wenn ich Laura nicht dazu bewegen konnte, mitzukommen hieß es nun für mich 14:15 wieder zurück zum Gelände zu gehen um nicht länger als nötig anzustehen. Die Jungs tauchten dann auch sehr pünktlich auf und ich konnte mir meine Karte und meine iPod Tasche von den Fünf unterzeichnen lassen. Dabei fragte ich Sebastian noch, ob er denn bei meinem siebenten (oder doch erst sechstem?) Madsenkonzert endlich mal Lüg mich an spielen würde aber seine Antwort "Nein, heute nicht" konterte ich mit "Gut, dann kann ich ja beruhigt zu den Blood Red Shoes gehen." Aber er meinte noch, dass sie es vielleicht in Leipzig spielen, wer weiß. Mit zehn Autogrammen und guter Laune ging es dann bei wunderbarem Wetter wieder zurück zum Zeltplatz eh sich Laura, Fabi, Tobi M und W und meine Wenigkeit wieder zurück zur Bühne begaben um sich Madsen anzugucken. Ich stellte mir extra das Handy, um rechtzeitig aus der Crowd zu kommen, damit ich im Zelt, zu den Blood Red Shoes, noch ein Platz bekomme, stand dann aber so weit vorne, dass ich die Uhr auf der Bühne sowieso die ganze Zeit im Blick hatte. Kurz vor Sechs verließ ich also meine Lieblingsband und lief zum Zelt. Zu meinem Erstaunen war dort aber tote Hose und ich hätte auch noch 15 Minuten länger bei Madsen bleiben können und hätte trotzdem in der zweiten Reihe gestanden. Die Blood Red Shoes waren ein absolutes Highlight. Nicht nur, weil Steven, der Schlagzeuger, sein Instrument selber einspielte, nein auch Laura-Mary ist ein so zuckersüßes Mädel und beide zusammen machen aus so wenig Instrument, so viel geile Musik, dass sie einfach meine volle Bewunderung haben. Als mir jemand, mit dem ich da vorne stand noch erzählte, sie würden um Acht Autogramme geben, kannte meine Euphorie keine Grenzen mehr und ich kaufte mir ein T-Shirt zum Signieren. Auch mit ihnen konnte man super reden, Lauras blaue Augen durchbohren einen regelrecht, wenn sie einen anguckt und Steve erzählte ich noch, dass ich mir wünschen würde, sie in Dresden zu sehen, ich aber Uni habe und deswegen nicht wisse, ob ich eigentlich Zeit habe. Das signierte T-Shirt ist nun eigentlich viel zu wertvoll um es anzuziehen, zumal ich sowieso nicht weiß, ob mir ein T-Shirt mit diesem Motiv steht:

Tobi hatte sich im Übrigen über den Tag einen ziemlich hohen Pegel angetrunken, der um 17:00 Uhr bei 2,21 Promille lag, trotzdem ging es ihm erstaunlich gut, auch wenn wir, d.h. wohl Laura, Fabi und Tobi, ich war ja bei Madsen und BRS, ziemlich gut auf ihn aufpassen mussten. Jedenfalls traf ich mich mit diesen nun wieder und wir lauschten Serj Tankian und den Dropkick Murphys. Ich weiß nicht, ob es am Guramapulver lag, dass ich allmorgentlich zu mir nahm, oder einfach an den verhältnismäßig wenigen Bands, die ich mir weit vorne anguckte, aber ich traute mir zu den Beatsteaks durchaus zu soweit vorne wie möglich zu stehen und bereute es auch in keinster weise. Die Jungs legen eine Energie an den Tag, eine Spielfreude, eine Begeisterung für ihre Musik und ihre Fans die sich nur schwer toppen lässt. Auch wenn Arnim bei den zahlreichen Hubschrauber rufen, immer wenn er die Ärzte erwähnte, sehr verwirrt war, aber ich glaube, ich habe die Buletten nicht zum letzten Mal auf dem Highfield gesehen. Die beste Aktion war u.a. als mein Lieblingskammeramann "Na Na Na Na Na" rufen musste und Arnim dazu aufforderte bei Let me in sich nicht nur hinzuhocken sondern auch sein T-Shirt auszuziehen und beim Hochspringen damit rumzuwedeln. Nachdem das Zeitproblem aus dem Weg geräumt war und sie eine halbe Stunde länger spielten, als geplant war das Highfield Festival auch schon offiziell wieder zu Ende.
Und was war und ist sonst noch? Nun ja, ich bin wiedermal in meiner Vermutung bestätigt worden, dass alle süßen Mädchen, die ich sehe, vergeben sind. Dass Georg ein Dummschwätzer ist, dass Nickel sehr unselbständig ist, dass Schuhe auch in der Waschmaschine nicht immer sauber werden und dass ich nächstes Jahr, wie die letzten Jahre auch schon, ganz bestimmt mit einer Freundin hinfahren werde. Ich muss nur fest dran glauben, und dann bin ich so ein Penner, der sich die ganze Zeit mit seiner Alten rumbeißt und andere Typen zur Weißglut bringt. Ganz bestimmt!
3 Kommentare:
der geneigte Leser HAT sich an den Kopf gefasst ;-)
Oh man, da hattest du ein tolles Wochenende und alles, was man am Anfang und am Ende lesen muss ist *cry* *cry* *cry*
Ein tolles Wochenende kann aber einen recht verkorksten Sommer nicht wett machen. Es hätte halt alles noch ein Funken schöner sein können. ;) *g*
Kommentar veröffentlichen