Sonntag, April 13, 2008
Ganz schön grausam, grausame Schönheit
Da ich wenig Lust habe mir jetzt eine Konzertbeschreibung aus den Rippen zu saugen, hier einfach Panik Live in Dresden. Es war ein schönes Konzert, zumindest als die Crowd aufgehört hat, sich hin und her zu schubsen, auch oder gerade weil es nicht perfekt war. Sebastian hat zum Beispiel bei Nitro die erste Strophe nochmal gesungen und auch sonst gab es viele Kleinigkeiten, die aber genau solche Konzerte absolut einmalig machen. Außerdem gab es zum Schluss noch ein Autogramm von Sasha Madsen ( Schlagzeuger ), und eine Bar, die meinen Namen trug.
So schön das Wochenende auch war, so bitter endete es heute wieder. Kaum daheim angekommen, hatte ich einen Brief der FSU vor mir, der mich warnte, dass ich exmatrikuliert werden würde, wenn ich nicht einen Antrag auf Drittversuch stelle oder das Studienfach wechsel. Mal gucken, wie ich aus der Scheiße wieder herauskomme, war ja klar, dass mir Althochdeutsch auf die Füße fällt, aber ich bin halt kein Freund vom Auswendiglernen. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu dumm. :(
Was mir bei Madsen aufgefallen ist, dass dort eine enorme Pärchendichte herrschte. Ist man selber zu zweit, wird einen das nicht sonderlich stören, geschweige denn auffallen, läuft man aber allein durch die Massen, dann ist es unglaublich anstrengend überall sich küssende Menschen zu sehen. Gerade für mich, gerade bei Madsen. Dabei wäre so ein aufbauendes Lächeln so wichtig im Moment. Auch im ICE gerade saß ich von Dresden bis Leipzig mit einer jungen Familie an einem Vierer-Platz. Mama, Papa und Kind gaben ein wirklich schönes Bild ab und zu sehen, wie die beiden jungen Eltern mit ihren Händen fangen spietlen während die kleine unter dem Tisch krabbelte, hat mir mehr als nur ein Lächeln ins Gesicht gesetzt. Und gerade in Weimar, eine Station bevor ich aussteigen musste, setzten sich drei Mädchen an meinen Platz. Hätte auch ruhig die vorherigen 100km passieren können. Aber quatsch, ich könnte im Moment eh niemand ansprechen, bin ich selber zu sehr in Gedanken verwirrt und verzwickt die mich nicht in Ruhe lassen und alles andere als selbstbewusst.
Wie dem auch sei, ab Morgen geht die Uni wieder los; dass ich dieses Semester so gut wie gar nicht lohnt hab ich ja schonmal geschrieben, viel schlimmer ist aber, dass es auch mit ein wenig Pech mein vorletztes sein könnte.
Und ich weiß nicht, was ich tun soll... egal in welchen Lebensbereichen, ich weiß nicht was ich tun soll. Bitte sag mir, was zu tun ist. Was soll ich nur tun?
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5 Kommentare:
"Was soll ich nur tun?"
Auch wenn es wohl eher 'ne rhetorische Frage war: Zumindest erstmal zum Drittversuch anmelden? Versuchen kannstes ja nochmal...
Glückliche Paare sind echt schlimm. Einerseits ist es schön, aber andererseits erinnern sie einen doch immer wieder nur daran, dass man allein ist.
Und Familien erlauben dann noch den (hoffnungslosen) Blick in die Zukunft - und es kommen Zweifel auf, ob man wohl jemals soooooo glücklich sein und eines Tages in einer ähnlichen Konstellation im Zug oder sonst wo sitzen wird...
Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Beziehung oder Familie heißt nicht immer geschweige denn überhaupt Glück. Der Schein trügt - oder kann es zumindest.
Glück kostet Arbeit - den wenigsten fällt es zu. Entweder arbeitet man dafür, oder man tut's nicht und weint, weil ja alle anderen immer und überall glücklich sind und man selbst ja nicht usw.
@Schaf: Ich weiß halt nicht, ob ich mit einem Wechsel auf BA quasie die Studienfachrichtung änder / ändern muss. Denn einen Härtefallantrag hab ich ja schon... : /
Bei mir kam in erster Linie die Frage auf, ob ich überhaupt jemals soweit kommen werde, wenn ja, dann mit wem und wie würde ich mich wohl verhalten in genau dieser Situation. Aber die Zweifel der ungewissen Zukunft sind natürlich auch da.
@Robby: Bestimmt, bestimmt, aber man kann auch, wenn es gut läuft, enorm viel Kraft aus ihnen schöpfen, oder?
"das Glück kommt unerhofft und plötzlich, wenn du alles vergisst, manchmal merken wir erst was gut ist, wenn es zu spät ist."
robby, ich danke dir für dein kommentar, denn genau das gleiche habe ich nämlich auch gerade gedacht...
Sagen wir, den Großteil meiner Kraft schöpfe ich aus mir selbst. Oder den Leuten, die mich umgeben. Dass in Einzelfällen eine Beziehung dafür außerordentlich hilfreich sein kann, ok, aber dafür gibt's auch genug kritische und belastende Momente.
Geschenkt wird einem nichts :D
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