Montag, Dezember 01, 2008

Bestandsaufnahme

Vor einer Woche wollte ich darüber schreiben, wie schnell die Zeit doch vergeht, dass mir der letzte 24.11. wesentlich näher ist, als das Jahr, was dazwischen liegt, vermuten lässt. Ich habe es aber erst einmal gelassen, hielt es für sinnlos, unangebracht. Aber es ist so, die Zeit vergeht, und ich, ich komme nicht mit. Sie fliegt an mir vorbei, aber ich ziehe nicht mit. Sie strömt durch die Welt, aber die Welt läuft an mir vorbei. Ich fühle mich rückständig, viel zu oft glaube ich, keinen Schritt weiter zu sein. Ich weiß selber nicht, wie ich dieses Gefühl beschreiben soll. Eine Veränderung will einfach nicht eintreten, weder in mir noch nach Außen. Und das wirklich schwierige ist, Veränderung selber einzuleiten. Dabei weiß ich leider nicht, was mein Hemmfaktor ist. Die Angst vor der Zukunft oder die erfüllten Erwartungen der Vergangenheit, die ich hinter mir her schleife, wie ein Sack mit tonnenschweren Gedanken, die es gilt zu ersetzen.

Wie Olli so gut sagt, weil die Zeit sich so beeilt.

Einen Schritt zu spät. Trotzdem muss alles seinen normalen Gang gehen. So war ich heute mit ... Mittag essen, mit ... Kaffee trinken, mit mir selber in der Stadt. Ich habe aber immer noch das Gefühl, dass alle Frauen, die ich attraktiv finde, vergeben sind. Und auch wenn es da eine gibt, bei der ich mich nicht traue, es herauszufinden, so bleibt die Gewissheit, dass selbst bei einem Versuch kein Erfolg vorprogrammiert ist. Es ist nicht so, dass ich das verlangen würde, ich weiß, dass es utopisch ist und dennoch habe ich im Hinterkopf, wie einfach es mir doch mal fiel. Ich scheitere an meiner eigenen Unsicherheit.

Trotzdem macht Studieren gerade sehr viel Spass. Meine Wochenenden sind meist recht erfüllt, meine Freunde nerven nicht mich, nein ich nerve sie. Nur wenn ich abends im Bett liege, mich an mein Kuschelschaf drücke und die Augen schließe, um möglichst schnell einzuschlafen, ohne nachdenken zu müssen, da spüre ich, was mir fehlt. Gerne würde ich jetzt hier ausführen, woran das liegt, oder besser, woran es nicht liegt, warum ich immer noch nicht begriffen habe, wieso das so ist, was ich falsch gemacht habe, und wieso es beim nächsten Mal nicht wieder so sein sollte aber das führt zu nichts. Eigentliche Quintessenz des ganzen ist doch nur, dass sich mein Bestand nicht verändert hat und das seit gefühlten 1 1/2 Jahren. Daraus resultiert letztendlich auch meine Abstinenz beim Bloggen die letzten Monate. Ohne Veränderung steh ich bald gänzlich still.

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wie schnell die Zeit sich vergeht, stell' ich momentan auch (fast täglich) fest...

Ich weiß, dass es leichter gesagt ist als getan... geht mir ja nicht anders, aber: Nicht so viele Gedanken machen. Genieß' das, was dir Spaß macht - die Uni, deine Freunde und lass' dich davon ein wenig ablenken. Wenn sich was verändern soll, wird es das schon irgendwann.

Mäh. Warum hab' ich eigentlich kein Kuschelschaf im Bett?! :(

Max hat gesagt…

Ich versuch ja wirklich, mich davon nicht verrückt zu machen. Aber ich stand zum Beispiel heute in Weimar am Bahnhof und ein paar Meter weiter stand ein junges Pärchen und mein iPod spielt Farin Urlaub Porzellan:
"Du siehst die andern und dich packt die Wut, warum geht es dir schlecht, und denen gut? Du fühlst dich einsam, du fühlst dich leer, du gehst an so vielen Dingen achtlos vorbei, für immer Sklave der Angst, nie wirklich frei, mach dir das Leben, doch nicht so schwer - du wärst gern wie sie." Ich fühlte mich verarscht, fand's aber dann schon wieder lustig. :D
Robby würde jetzt aber sagen, dass man sich das Glück auch erarbeiten muss, glaube ich. ^^

Du hast doch dich, oder etwa nicht?! Oo =) *g*

Anonym hat gesagt…

Um mich mal selbst zu zitieren: "Pärchen sind doof. Ich will auch doof sein."

Und schon manchmal erschreckend (gut), was für passende Musik in den unterschiedlichsten Situationen läuft.

Haste recht... will trotzdem noch ein Kuschelschaf! Mäh!

Anonym hat gesagt…

Hi,

ich kann nur sagen, dass es mir auch sehr lange so ging. Genauer gesagt vier Jahre. Zwar passierte viel doch ich hatte immer das Gefühl, dass sich einfach nichts verändert.

Im Moment macht mein Leben einen großen Wandel, der mir schon fast Angst macht. Der gewohnte Alltag ist wie weggeblasen und ich weiß im Moment gar nicht wo das hinführt.

Ein kleiner Trost an dich, und ich kann mich Schaf nur anschließen. Genieß die Zeit so wie sie ist und denk nicht allzu viel drüber nach. Die Veränderung kommt ganz von allein. schneller als man denkt und dann wirst du feststellen, dass auch die Veränderung nicht glücklich macht sondern auch diese dich dann becshäftigen wird wie jetzt die hilflose Leere und das Verlangen nach etwas Neuem.

Ach und 'n kleiner Tip von ner Frau, trau dich ruhig auf jemanden zuzugehen und schieb deine Angst bei Seite, wir Frauen ärgern uns immer über die Männer, die es schaffen freundlich zu lächeln aber es nicht schaffen den ersten Schritt zu machen...

Grüße My Dear

Max hat gesagt…

Alle Theorie umsonst, meine "Befürchtung" ist, wie immer, wahr geworden. Ich schreib vielleicht heute Abend drüber...