Mir ist es selber schon unheimlich, wie schreibfaul ich geworden bin. Entweder halte ich mein Leben gerade für wenig berichtenswert oder ich bin verliebt oder ich habe Angst, doch nur wieder rumzuheulen. Verliebt? Na ja, das letzte Mal, als es solche Lücken gab, war ich es, im Moment bin ich mir da leider/zum Glück nicht so sicher.
Dabei sind die kommenden Wochenenden völlig ausgebucht. Letzten Samstag war ich in Jena und mit ein paar Freunden in der Rose. Ich fuhr 20:28 nach Jena West, wartete dort an der Goethegallerie auf Flo, traf gleichzeitig noch Martin und zu dritt ging es dann zu Fabi. Erstes Highlight war der Wein. Ich hätte ja erwartet, dass jeder mit einem Bier begrüßt wird, aber statt dessen holte Fabi die Rotweingläser raus und bis auf meine Wenigkeit tranken alle Rotwein - zwei Flaschen! Ich begnügte mich hingegen mit Bier, zumal ich an meinen letzten Weinabend nicht mehr all zu viele Erinnerungen habe. Punkt Zwölf liefen wir dann zur Rose, durch die Wagnergasse, die Fabi mit einem "Auf den Derbysieger FC Rot Weiss Erfurt und für Fanfreundschaften" zum Buhen brachte, was mir zwar peinlich war, mich aber auch unheimlich amüsierte. Flo meinte, dass einige Leute dort am liebsten aufgesprungen wären. Für zwei Euro zogen wir dann in die Rose, wo ich weiter mit Bier vorlieb nahm und wir den DJs lauschten, die uns mit Beatsteaks und Franz Ferdinand versorgten. Leider waren das auch schon fast die musikalischen Highlights, jedenfalls kann ich mich bis auf Deichkind und Limp Bizkit im anderen Raum kaum an andere mir bekannte Lieder erinnern. Flo war krank und müsste dementsprechend schon früher gehen und irgendwann war ich so voll, dass ich mit Martin zwei Mädels mit "Have you met Ted?" ansprach und inzwischen hoffe ich, dass ich die beiden niemals wieder in Jena antreffe. Halb Fünf liefen wir dann den gleichen Weg wieder zurück, ich kletterte über Flos Balkon und ließ mich sozusagen direkt auf seine Couch fallen.
Morgen ist dann Pennäler Rocken auf das ich mich zwar freue, was aber sicher auch wieder relativ stressig wird. Zumal ich schon frühs um Acht Buffel beim Aufbauen helfen muss, dann gehts um Zwölf zum Frisör und spätestens Abends wieder zurück zur Stadthalle. Hoffentlich haben sich Ema und Co. nicht verrechnet, irgendwie gibt es in Gotha wohl kaum noch eine Rockzielgruppe, und es müssen mindestens 500 werden um halbwegs ohne Miese aus der Angelegenheit rauszukommen. Zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass so viele schon um Acht oder um Sieben dort aufkreuzen wollen. Für die meisten hier fängt ein Abend wahrscheinlich an, wenn dort alles schon vorbei ist. Aber vielleicht haben wir auch Glück und eine neue Generation, zwei oder drei Jahrgänge unter mir, ist auf den Geschmack gekommen und macht die Bude voll.
Am zweiten Oktober spielen dann Bosse im HSD Gewerkschaftshaus in Erfurt, meine Karte liegt schon hier, ich hoffe, dass ich nicht alleine hin muss, aber ich glaube zumindest Flo, Fabi und Tobi sollten dabei sein können. Vielleicht schaffe ich es ja, Axel dazu zu bringen am nächsten Tag in Dresden Laura und Jakob zu grüßen. Mal schauen. Am neunten Oktober geht es dann zu Sarah Kuttner und Samstag ist Loriotabend, ein Geschenk für meine Oma zum Geburtstag. Das heißt vorallem, kein Länderspiel für mich!
Ich habe gestern lange überlegt, welche Überschrift und damit unter welchen Ansatz ich das hier heute schreibe. Im Bett sind mir gestern immer wieder "Neid und Eifersucht" durch den Kopf gegangen und ich versuchte einen für mich offensichtlichen Unterschied zwischen diesen beiden zu finden. Wann ist man neidisch und wann eifersüchtig? Die Frage stellte sich mir, weil ich ja doch nicht 100% zufrieden bin und dafür manchmal vor den Kopf gestoßen werde. Dabei möchte ich weder das Eine noch das Andere sein. Aber ich durfte mir in letzter Zeit öfter anhören, dass ich mit meiner Stimme aggressiv werde, mich leicht reizen lasse, ich habe mich selber erwischt wie ich eifersüchtig bin oder neidisch oder beides. Robby würde jetzt sagen, dass ich mir einfach keinen Grund dafür geben soll, ich sei schließlich awesome und selbst wenn dem nicht so wäre, müsse ich mich einfach dafür halten, dann ginge es mir auch besser. Dabei geht es mir doch gar nicht schlecht! Aber mir fehlen 20%. Vielleicht 30 oder 40... Vielleicht bilde ich mir auch nur ein, dass diese fehlen, aber ich weiß, dass ich nicht ausgeglichen bin.
Ich habe die letzten vier Tage nichts anderes gemacht, als Alias zu gucken! Weder zwischendurch Musik gehört noch groß TV geguckt, mich bewegt oder das Haus verlassen, außer am Dienstag ins Carnaby. Vielleicht ist es nur ein Tick von mir, aber ich hasse es einfach, Sachen alleine zu machen. Ich müsste alleine in den Urlaub, alleine raus gehen, spazieren, auf Partys gehen, wohnen, umziehen, leben. Ich habe so viel Angst davor allein zu sein, dass ich mich einschließe. Jedes Mal, wenn ich in letzter Zeit am Bahnhof in Jena war, standen da mindestens zwei Pärchen und ich weiß nicht, ob es mich einfach frustrierte, oder ob ich neidisch oder richtig eifersüchtig war. Und dann kommen wieder Sprüche wie "man soll nicht suchen, das kommt von alleine, hab Geduld!" Geduld bringe ich seit zwei Jahren auf und ich kann nicht mehr. Und weil mein restliches Leben eigentlich gut funktioniert, komme ich immer wieder auf diesen einen Punkt.
Was solls! Wie gesagt, es funktioniert ja auch so, vielleicht nicht ideal, aber immerhin gut genug, dass ich mich noch drüber aufregen kann. Falls gar nichts mehr geht, habe ich immer noch Musik. Das aktuelle Album von Clueso, das Album von Vampire Weekend, dessen Klänge auch in der aktuellen How I Met Your Mother Folge hören durfte und die vielen Toten Hosen Lieder, die ich noch nicht einmal angehört habe. Warum? Weil ich Angst davor habe, dass es mir gefallen könnte. Vielleicht ist es auch genau diese Angst, die mich an so vielen anderen Dingen scheitern lässt. Vielleicht will mein Unterbewusstsein einfach den letzten Schritt nicht gehen um sich nicht öffnen zu müssen. Manchmal hat man vor etwas, dass einem gefällt, Angst, eben weil es einem gefällt. Ein etwas blumiger Vergleich ist die rote Rose, die man sich nicht traut zu pflücken, weil sie dann kaputt geht. Ich habe mir das Album "So sehr dabei" von Clueso so lange nicht gekauft, weil ich Angst davor hatte, dass ich es mag und es ist so verdammt gut, dass ich jedesmal heulen könnte, wenn ich es höre, was es wiederum sehr schwer macht, es häufig zu hören. Vielleicht habe ich Angst davor mich so zu öffnen, weil meine Gefühle immer wieder zerstört wurden obwohl ich mich genau danach unheimlich sehne.
Na ja, jetzt fällt mir aber wirklich nichts mehr ein und ich selber empfinde diesen Eintrag als ziemliches Gegurke, deswegen gebe ich ihm jetzt, zum Schluss auch erst die Überschrift ...
Lebe, Liebe, Lieder!
Donnerstag, September 24, 2009
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4 Kommentare:
Bosse, Sarah Kuttner (Mängelexemplar Lesung oder was?) und Loriot - ich mag deine Planung :)
Ach, ich bringe seit zweiundzwanzig Jahren Geduld auf... und hab keine Angst vor dem Positiven, auch wenn es sich all zu gerne mal zum Negativen wendet - aber anders wäre es doch langweilig...
Jap, genau die Lesung, hab das Buch sogar gelesen. ^^
Hm schon, aber ich bin gestern wieder auf "Vergeben" gestoßen, gna. :D
Bosse ist cool, habe ich letztens kostenlos gesehen :D
Ich korrigiere übrigens von "einfach so toll finden" auf "Dinge an sich finden, die toll und genügend sind"!
Was Neid und Eifersucht angeht. Mein erster Gedanke war Neid in Bezug auf etwas, was andere haben, Eifersucht in Bezug auf was man selbst hat/Angst davor hat es zu verlieren. Da man aber auch auf andere eifersüchtig sein kann... schwierig. In materielle und Beziehungsdinge kann man auch nicht so einfach trennen, da Neid ja auch in Beziehungshinsicht auftreten kann. Bliebe festzuhalten, dass Eifersucht sich wohl ausschließlich auf emotionale Ebenen bezieht und wohl unweit stärker ist als Neid.
Neid kann auch eher etwas "Bewunderndes" in sich tragen, während Eifersucht ja eher so ein "Haben will" ("Giev!" beinhaltet. Neid ist also eher distanziert, Eifersucht näher dran. Und Neid kann sich eben auch auf nicht-emotionale Sachverhalte beziehen.
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